Die Erfolgsgeschichte des Athanas Matheka

Die Erfolgsgeschichte des Athanas Matheka

Honig bearb.jpg14. Oktober 2019

Ein Nachbericht zum Besuch des Gründers und CEOs von Greenforest Foods Mitte Oktober in Wien und Salzburg.

Das letzte Bild der Präsentation ist ein altes Schwarz-Weiß-Foto. Es zeigt eine Gruppe KenianerInnen, einen Erwachsenen mit mehreren Kindern. „Erraten Sie, wer ich bin?“, fragt Athanas Matheka lächelnd in die Runde. Schnell ist klar, dass er eines der Kinder sein muss. Einige der BesucherInnen erkennen ihn: Es ist der kleine Bub rechts vorne. Jahrzehnte nachdem das Foto in Afrika aufgenommen wurde, steht der erwachsene Matheka im Restaurant Wiener Wirtschaft im 4. Bezirk vor knapp 30 Personen und hat gerade über seine Erfolgsgeschichte gesprochen. „Zehn Jahre habe ich täglich, ohne Urlaub und Krankenstand, gearbeitet. Das hat sich gelohnt“, erzählt er stolz. Mehrmals betont Matheka aber auch, „Ohne Oikocredit würde ich heute nicht hier sein.“

Mit viel Leidenschaft und Humor erzählte Matheka von sich und seiner Arbeit.

Schon als Kind habe er die Arbeit in der lokalen Brauerei beobachtet, berichtet der Kenianer. Er sei fasziniert vom Ehrgeiz der Gründer gewesen, sie wurden zu seinen Vorbildern. Damals habe es allerdings keine Möglichkeit gegeben, einen Kredit zu bekommen und die Brauerei auszubauen. Das hatte sich zum Glück geändert, meint Matheka, als er vor 19 Jahren – nach einer Ausbildung zum Lebensmitteltechniker und Anstellungen unter anderem bei Unilever – seine eigene Firma gründen wollte. Das Startkapital war nicht hoch: KES 15.000 (umgerechnet rund 130 Euro) standen ihm zur Verfügung, aber ein Grundstein war gelegt.

Arbeitsplätze schaffen

Er begann mit der Produktion und dem Vertrieb von Honig, Erdnüssen, Cashews und Bienenwachs. Im Jahr 2014 beschäftigte er bereits 10 MitarbeiterInnen. Doch dann gingen drei seiner wichtigsten Großkunden bankrott, sein Geschäft litt. Die lokale Bank wollte ihn nicht mehr unterstützen. Nur von Oikocredit bekam er damals Unterstützung und das notwendige Kapital. Bis heute ist Matheka dankbar dafür, denn der Umsatz ging in Folge wieder nach oben und 2019 arbeiteten bereits 39 MitarbeiterInnen (28 Frauen und 11 Männer) für ihn. Dies ist wert betont zu werden, kämpft Kenia doch mit einer starken Jugendarbeitslosigkeit. Mit dem aktuell angestrebten Vertrieb in Europa wird die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze wohl weiter steigen.

Oikocredit unterstützte Greenforest Foods zu dieser Zeit auch mit Beratungen und Schulungen („Capacity Building“). Wir finanzierten unter anderem die Entwicklung neuer Verpackungen (was zu einer Umsatzsteigerung führte) und Schulungen für die ImkerInnen.

Schmackhafte Produkte

Die Geschichte des Kenianers beeindruckte die BesucherInnen der „Roadshow“ sehr. Viele von ihnen sind bereits InvestorInnen und Mitglieder bei Oikocredit und haben damit zum Erfolg Mathekas beigetragen, wie Vorstandsmitglied Aglaë Hagg-Thun betonte. Auch in der anschließenden Diskussion berichtete eine Besucherin, die lange in Kenia tätig war, von der Wichtigkeit sozialer Investoren wie Oikocredit und NGOs beim Aufbau von Unternehmen. Vonseiten des Staats käme nur selten Unterstützung.

Zur Verkostung des Honigs bekamen die BesucherInnen einen Tropfen auf den Handrücken geträufelt.

In entspannter Atmosphäre kosteten die BesucherInnen danach die Nüsse sowie den Honig und zeigten sich von allen Produkten begeistert – besonders der herbe Honig schmeckte allen sehr gut. Zahlreiche angeregte Gespräche wurden geführt, bevor sich die Veranstaltung in Wien auflöste.

Vortrag und Freizeit in Salzburg

Am nächsten Tag, am Samstag, ging es gleich in der Früh nach Salzburg. Auch dort hatten InvestorInnen wie Interessierte die Gelegenheit, bei einer Abendveranstaltung im Kolpinghaus den sympathischen Athanas Matheka persönlich kennenzulernen.

Auch in Salzburg lauschten die BesucherInnen gespannt den Erzählungen Mathekas.

Davor gab Matheka den „Salzburger Nachrichten“ ein Interview. Zusammen mit Vorstandsmitglied Veronika Canaval, der Tiroler Regionalrepräsentantin Rosmarie Obojes und EZA-Mitarbeiter Franz Denk besuchte er den Weltladen in der Linzergasse, wo ServusTV Filmaufnahmen machte. Auch der Börsenkurier, Der Sonntag und W24 waren zuvor in Wien am Besuch des Unternehmers interessiert gewesen.

Am Sonntag nahm Matheka in Begleitung der Oikocredit-MitarbeiterInnen am Gottesdienst in der Franziskanerkirche teil (zum Ordinarium: wunderbare Musik von W. A. Mozart). Auf dem Salzburger Biofest, das mitten in der Altstadt stattfand, kaufte er Bienenwachstücher, die er eventuell in Kenia produzieren will. Auf diese Idee hatte ihn Oikocredit-Mitarbeiterin Katharina Gerik gebracht.

Besichtigungsprogramm in Salzburg mit Bernhard Wasle, Veronika Canaval und Julia Baumgartner

Danach gab es ein Besichtigungsprogramm: die Festung Hohensalzburg, der Dom, das Geburtshaus von Mozart sowie das Schloss Mirabell samt Mirabellgarten. Und was bei keinem Salzburg-Besuch fehlen darf, gab es natürlich auch: Salzburger Nockerl im Stieglbräu. Als Abschluss rundete ein Spaziergang durch Salzburg und eine Besichtigung des Marmorsaals im Schloss Mirabell den sonnigen Tag in Salzburg ab. Am Abend ging es für Athanas Matheka dann nach München, dem nächsten Stopp der europäischen Roadshow.

Wir danken allen BesucherInnen für ihr Interesse, den Kooperationspartnern für die gute Zusammenarbeit und natürlich Athanas Matheka ganz herzlich für seinen Besuch in Österreich!

Mehr zu Greenforest Foods lesen Sie auch in diesem Beitrag.

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