Oikocredit investiert 4,7 Millionen Dollar in Caravela Coffee

Oikocredit investiert 4,7 Millionen Dollar in Caravela Coffee

61053113_10156546039109141_547990096998039552_o.jpg23. Mai 2019

Caravela ist ein lateinamerikanischer Kaffeespezialitätenhändler, der seine Produkte nach den Prinzipien des Direkthandels bezieht.

Seit Ende Mai hat Oikocredit einen neuen Partner: Caravela Coffee. Caravela ist ein Rohkaffeeimporteur und -exporteur, der seine Produkte auf verantwortungsbewusste Weise von knapp 4.000 KaffeeerzeugerInnen in Lateinamerika bezieht. Die meisten davon sind KleinbäuerInnen.

Caravela wurde im Jahr 2000 von zwei kolumbianischen Unternehmern, Giancarlo Ghiretti und Alejandro Cadena, gegründet. Binnen 19 Jahren hat das Unternehmen ein leistungsfähiges und engagiertes Team mit 175 MitarbeiterInnen aus 15 Ländern aufgebaut. Annähernd 90 Prozent des Caravela-Teams sind direkt vor Ort tätig, die meisten als AgronomInnen oder Cupper (VerkosterInnen). Sie bieten den ErzeugerInnen in Kolumbien, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Mexiko, Nicaragua und Peru Schulungen, technische Unterstützung und Feedback zur Qualität. Gemeinsam mit seinen Importbüros in Europa, Nordamerika und Australien bemüht sich Caravela, die Kluft zwischen Spezialitätenröstern und KleinbäuerInnen im Kaffeesektor zu überbrücken.

Im Mittelpunkt stehen dabei Qualität, Transparenz und langfristige nachhaltige Beziehungen. Seit 2014 ist Caravela ein B-Corp-zertifiziertes Unternehmen; B-Labs zeichnete Caravela in den vergangenen vier Jahren als Best-for-the-World Company aus. Wegen seiner im Geschäftsmodell verankerten hohen sozialen Wirkung sowie seiner kompromisslosen Haltung zu Qualität, Transparenz und Rückverfolgbarkeit ist Caravela bei Spezialitätenröstern als Branchenführer anerkannt.

Hohe Prämien für KaffeebäuerInnen

Oikocredit übernahm die Beteiligung an Caravela von Annona Sustainable Investments. Annona investierte erstmals 2011 in Caravela und unterstützte das Unternehmen in einer Phase rasanten Wachstums. Seit 2011 hat Caravela sein Geschäft von einem einzigen Im- und Exportbetrieb auf nunmehr drei Import- und sieben Exportbetriebe ausgeweitet. Gleichzeitig steigerte Caravela seinen Absatz an Rohkaffee von unter 1.000 Tonnen auf knapp 5.000 Tonnen pro Jahr. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei 25,6 Prozent.

2018 bezog Caravela Kaffee von rund 4.000 BäuerInnen in acht lateinamerikanischen Ländern und verkaufte seine Produkte an 275 Spezialitätenröster in 27 Ländern. Die Beschaffung erfolgt nach den Prinzipien des verantwortungsbewussten Handels. So zahlte Caravela den ErzeugerInnen Qualitätsprämien in Höhe von knapp 10 Millionen Dollar; das entspricht einem Aufpreis von durchschnittlich 88 Prozent auf die Rohstoffmarktpreise. Caravela will sein zweistelliges Wachstum fortsetzen und dabei zugleich die Kaffeeanbaubetriebe stärken und sie für ihre Qualitätsprodukte mit Preisen entlohnen, die deutlich über den Erzeugerkosten liegen. Gerade dies ist vor dem Hintergrund von Marktpreisen auf dem Niveau historischer Tiefststände von größter Bedeutung.

Alejandro Cadena, Mitbegründer und CEO von Caravela, sagt: „Ich möchte Annona für die wertvolle Hilfe während der vergangenen acht Jahre danken. Dies hat uns ermöglicht, ganz neue Höhen zu erreichen. Nicht zuletzt freuen wir uns, Oikocredit als Investor und Anteilseigner von Caravela begrüßen zu dürfen. Wir teilen Oikocredits Vision, finanziellen, sozialen und ökologischen Nutzen in Lateinamerikas ländlichen Gemeinschaften zu schaffen. Mit dieser neuen Partnerschaft können wir weiterwachsen und dabei unserem Auftrag treu bleiben, nämlich einen positiven Beitrag zur gesamten Kaffeebranche zu leisten.“ 

Sébastien Rigaud, der das Investment bei Oikocredit betreut, erklärt: „Wir sind von diesem neuen Investment begeistert. Insbesondere beeindruckt uns, wie eng Caravela mit den Kaffeeanbaubetrieben und den Gemeinschaften vor Ort zusammenarbeitet. Oikocredit hat sich klare soziale und finanzielle Ziele gesetzt, um Caravela bei der Diversifizierung seiner Bezugsquellen und beim Ausbau seiner Beziehungen zu Großabnehmern zu unterstützen. Wichtig ist dabei, dass Caravela auch weiterhin hohe Prämien an immer mehr Bauern und Bäuerinnen zahlt.“

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