Guter Fang für Sambia

Guter Fang für Sambia

YALE-ZM-29.jpg05. Dezember 2018

Das nachhaltige Aquakulturunternehmen Yalelo will den lokalen Markt mithilfe von Oikocredit unabhängig vom teuren Importfisch machen.

Im afrikanischen Sambia ist Fisch – wie für viele Menschen im globalen Süden – die Einkommensgrundlage und wichtiger Bestandteil ihrer täglichen Ernährung. Die Fischart Tilapia wurde traditionell in großen Mengen von lokalen Fischern gefangen, tausende Menschen hatten ihr Auskommen dadurch. Die Bestände sind jedoch durch Überfischung stark dezimiert. Diese ist das Ergebnis des besonders in Europa stetig wachsenden Appetites auf Fisch und Meeresfrüchte und führt dazu, dass das Land seit Jahren Tiefkühlfisch, vor allem aus Asien, importieren muss.

Seit 2011 bietet das Aquakulturunternehmen Yalelo aber eine Alternative: Es züchtet im Kariba-See auf nachhaltige Weise den Tilapia. Yalelo – in der lokalen Sprache Nyanja bedeutet das „morgen“ – beliefert damit den einheimischen Markt, versorgt die Bevölkerung mit nachhaltig erzeugtem Frischfisch, fördert die lokale Sojaindustrie, die eiweißreiches Fischfutter liefert (das Unternehmen verwendet ausschließlich gentechnikfreie Sojabohnen, Mais und Weizen), und hat aktuell 550 Beschäftigte. Vor allem Frauen verkaufen den Fisch auf den lokalen Marktplätzen.

Yalelo will einen neuen Standard für nachhaltige Fischereiwirtschaft in Sambia etablieren, mehr Ernährungssicherheit und mehr Arbeitsmöglichkeiten für die Bevölkerung schaffen. Nahrungssicherheit ist einer der Gründe, warum Oikocredit im Schwerpunktsektor Landwirtschaft auch in Fischerei investiert. Seit 2014 arbeitet die Genossenschaft mit Yalelo zusammen.

Auch das vierzehnte der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) „Leben unter Wasser“ beinhaltet unter anderem die Forderungen, Überfischung, illegale und nicht regulierte Fischerei ebenso wie destruktive Fischereimethoden zu beenden. Bestimmte Formen der Fischerei-Subvention, die dazu beitragen, sollen verboten werden. Bis 2030 sollen außerdem kleine Entwicklungsinselstaaten und die am wenigsten entwickelten Länder am meisten von der nachhaltigen Nutzung der Meere profitieren.

Yalelo wird zu dieser nachhaltigen Entwicklung beitragen. Für Geschäftsführer Bryan McCoy eröffneten die Investitionen von Oikocredit die Möglichkeit, die Jahresproduktion zu steigern „und trotzdem nachhaltig zu arbeiten.“ 30.000 Tonnen Fisch jährlich, das ist die Vision des Unternehmens für die nächsten Jahre. McCoy: „Wir sehen auch Möglichkeiten zur Expansion im gesamten südlichen Afrika. Die regionalen Märkte bieten große Chancen, die Fisch-Importe durch afrikanische Produkte zu ersetzen und organisch zu wachsen.“

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