Die Zukunft des Kakaos erhalten

Die Zukunft des Kakaos erhalten

ECOO-CI-26.jpg21. November 2018

Mehr als eine Million KleinbäuerInnen der Republik Côte d’Ivoire arbeiten in der Kakaoproduktion. Sie stehen vor einigen Herausforderungen.

Haben Sie schon einmal nachgesehen, woher Ihre geliebte Schokolade stammt? Die Chance ist groß, dass sie von der Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) kommt. Von dort stammt nämlich fast die Hälfte des weltweiten Schokoladenangebots. Mehr als eine Million KleinbäuerInnen in dem westafrikanischen Staat verdienen ihren Lebensunterhalt mit Kakao. Auch die Wirtschaft des Landes ist damit stark von diesem Sektor abhängig.

Um den prognostizierten Anstieg der Nachfrage nach Schokolade bis 2020 zu bewältigen, ist es jedoch wichtig, dass die KleinbäuerInnen gestärkt werden. Nur so können sie die Produktivität steigern und ein anständiges Leben führen. Oikocredit hilft dabei.

Ecookim-Mitglied Firmin Kouakou N'dri erntet reife Kakaoschoten.

Herausforderungen beim Kakaoanbau

Ältere Kakaobäume produzieren weniger Hülsen, was wiederum weniger Erträge und Gewinne für die LandwirtInnen bedeutet. Die alten Bäume durch neue zu ersetzen ist aber teuer. Daher entscheiden sich viele dazu, neue Plantagen zu bepflanzen. Dafür wird zum Teil jedoch auch Regenwald abgeholzt.

Dazu kommen, bedingt durch den Klimawandel, hohe Temperaturen und unregelmäßige Regengüsse. Diese Veränderungen verstärken das Risiko, dass Bäume mit Pilzkrankheiten infiziert werden. Das „Cacao-swollen-shoot“-Virus zog im Jahr 2017 durch das Land. Bis zu 40 Prozent der Kakaobäume waren in den am stärksten betroffenen Gebieten von Bouaflé und Sinfra betroffen.

Bertin Gboko Kobenan, Jacques Brou und Joel Ouedrago Congo von der Kooperative CABF öffnen die Kakaohülsen.

Oikocredit stärkt die KakaobäuerInnen der Côte d'Ivoire

„Wir wollen die Lebensgrundlagen der Landwirte verbessern und der Entwaldung vorbeugen, indem wir in Kleinbauerngenossenschaften investieren und Initiativen zur Steigerung der Produktivität, zur Neupflanzung alternder Plantagen und zur Diversifizierung der Kulturen unterstützen“, erklärt Solène Prince-Agbodjan, landwirtschaftlicher technischer Berater von Oikocredit für Westafrika.

Zu unseren Partnern gehören die Kooperativen Socak Katana, CABF und Ecookim. Zusammen unterstützen sie knapp 25.000 KleinbäuerInnen. Im Durchschnitt produzieren diese 58.450 Tonnen Kakao pro Jahr. Dieser ist von der UTZ und der Rainforest Alliance bzw. fairtrade-zertifiziert. Die Nachfrage nach ihrem Kakao ist hoch. Daher ist auch die Verbindung der Kooperativen mit den globalen Märkten sehr wichtig, um die Einnahmen der einzelnen LandwirtInnen zu erhöhen.

Socak-Mitglied Richard Koffi Kouakou trocknet den Kakao.

Die sozialen Auswirkungen berücksichtigen

Durch die finanzielle Unterstützung, die auch von Oikocredit kommt, können die Genossenschaften ihre Geschäftstätigkeit vergrößern und neue Mitglieder gewinnen. Ecookim gewann in drei Jahren etwa 3.000 Mitglieder dazu und erhöhte damit auch die Menge an produziertem Kakao.

Die Umsatzsteigerung bringt außerdem höhere Fairtrade-Prämien. Mit diesen werden Schulungen finanziert, um Wissen zu nachhaltigen Landwirtschaftstechniken und Bodengesundheit zu vermitteln. Andere Schulungen thematisieren Gesundheit und Sicherheit, die Bekämpfung von Kinderarbeit und die Stärkung von Frauen. Auch der Ankauf von Werkzeugen und Ausrüstung erfolgt mithilfe der Prämien.

Socak Katana unterstützt beispielsweise Frauen der Gemeinde dabei, durch Gemüseanbau, das Züchten von Hühnern und den Verkauf ihrer Produkte wirtschaftlich unabhängiger zu werden. Die soziale Wirkung steht für Oikocredit im Vordergrund. Kann eine Person ihr Leben verbessern, profitieren meist vier bis fünf weitere davon.

Oikocredit wird auch künftig mit gleichgesinnten Organisationen zusammenarbeiten, um langfristige Lösungen für die Herausforderungen des Kakaoanbaus in Côte d'Ivoire zu entwickeln.

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