Die Herausforderung Kaffee: Wie werden hohe Erträge, hohe Qualität und ökologische Nachhaltigkeit zusammen erreicht?

Die Herausforderung Kaffee: Wie werden hohe Erträge, hohe Qualität und ökologische Nachhaltigkeit zusammen erreicht?

CENFR-PE-05.jpg18. September 2018

"Es ist nicht leicht, nachhaltig zu wachsen", sagt Wilson Olivera, Präsident der peruanischen Kaffeekooperative Central Fronteriza del Norte de Cafetaleros (Cenfrocafe).

Den Mitgliedern der Oikocredit-Partnergenossenschaft ist es jedoch gelungen, ihren Kaffeeertrag deutlich zu steigern und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Land nachhaltig genutzt wird.

Wilson Olivera, Präsident von Cenfrocafe (links) und Ronny García, Geschäftsführer von Cenfrocafe

Hohe Erträge und nachhaltige Praktiken

Cenfrocafe wurde 1999 gegründet und hat seinen Sitz in der Region Cajamarca. Die Genossenschaft gilt heute als eine der besten bio- und Fairtrade-zertifizierten Kaffeekooperativen in Peru. Sie vertritt über 100 Basisorganisationen mit mehr als 2.600 Mitgliedern, die jährlich rund 210.000 Quintales Kaffee (rund 9,6 Millionen Kilogramm) produzieren.

"Ökologisch nachhaltig zu wachsen ist eine Herausforderung, da wir in den letzten Jahren von Kaffeerost, Insektenplagen und starken Regenfällen betroffen waren", sagt Wilson Olivera. Trotz dieser Herausforderungen gelang es den Cenfrocafe-Mitgliedern im Jahr 2017 rund 1.200 Kilogramm pro Hektar zu produzieren, fast doppelt so viel wie der peruanische Durchschnitt (650 Kilogramm pro Hektar).

KleinbäuerInnen unterstützen

"Cenfrocafe schafft für seine Mitglieder Möglichkeiten auf kommerzieller, sozialer und finanzieller Ebene. Wir suchen nach den besten Märkten, um Kaffee zu einem guten Preis zu verkaufen und unterstützen den Export nach der Ernte", sagt Geschäftsführer Ronny García.

Die Genossenschaft unterstützt die KleinbäuerInnen

  • durch Mikrokredite zur Deckung der Kosten vor der Ernte, zum Erhalt ihrer Farmen, zum Kauf von Land und Maschinen sowie zur Deckung von Gesundheits- und Bildungskosten. Außerdem bietet die Genossenschaft Katastrophenhilfe und Bildungsstipendien an.
  • durch Capacity Building: Fünf AgronomInnen und zehn Projektträger bieten technische Unterstützung für nachhaltige Anbaumethoden. Sie legen Wert darauf, dass Frauen an den Weiterbildungen teilnehmen.
  • durch Förderung von fairem Handel und biologischer Produktion sowie der Auszahlung von Prämien.

Kaffeebauer und Cenfrocafe-Mitglied Juan Jimenez zeigt ein Plakat, das seinen Bio-Fairtrade-Kaffee bewirbt.

Stärker zusammen: die Rolle von Verbänden

Die Genossenschaft besteht aus kleineren Verbänden mit 25 bis 30 Mitgliedern, sodass sich die Mitglieder gegenseitig besser unterstützen und bei der Entscheidungsfindung der gesamten Genossenschaft vertreten sein können.

"Wir zeichnen uns dadurch aus, dass wir nicht die meisten Mitglieder haben, sondern unsere Mitglieder sorgfältig auswählen. Während andere Genossenschaften neue Mitglieder sofort nach Zahlung des Mitgliedschaftsbeitrags aufnehmen, müssen unsere Mitglieder anspruchsvolle Kriterien für den Beitritt zu einem der Verbände erfüllen und werden nach einem Jahr bewertet, bevor sie ein ständiges Mitglied werden ", erklärt Wilson Olivera.

Cenfrocafe produziert Kaffeespezialitäten aus 18 verschiedenen Kaffeesorten, die von ihren Mitgliedern angebaut werden.

Mit Oikocredit für eine bessere Zukunft arbeiten

Cenfrocafe ist seit 2010 Partner von Oikocredit. Die letzte Investition war ein Kredit in der Höhe von zwei Millionen US-Dollar, der 2016 für sieben Jahre vergeben wurde. Dieser wird als Betriebskapital und für den Bau einer neuen Verarbeitungsanlage verwendet.

In Zukunft muss Cenfrocafe die Verarbeitung nicht mehr in eine externe Anlage auslagern. Das hat viele Vorteile:

  • Einsparung von Transportkosten und Reisezeit, da die Anlage näher bei den LandwirtInnen liegt
  • höheres Einkommen durch die gesteigerte Produktion von hochwertigem Bio-Fairtrade-Kaffee, der für den Export geeignet ist
  • höhere Umweltverträglichkeit, da die bei der Verarbeitung übrigbleibenden Kaffeeschalen als Biokraftstoff verwendet werden können

Cenfrocafe hat außerdem am Preisrisikomanagement-Programm von Oikocredit teilgenommen. Dieses hilft den BäuerInnen dabei, besser mit den Auswirkungen der Kaffeepreisschwankungen auf der internationalen Märkten umzugehen. Erfahren Sie mehr über dieses Projekt von Oikocredit.

Und falls Sie Cenfrocafe unterstützen möchten: Die Kooperative produziert unter anderem den Café Intención (etwa bei Merkur erhältlich) und wird auch für die Kaffeesorten von Ja! Natürlich (etwa bei Billa und Merkur erhältlich) verwendet.

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