Das Wunder in der ägyptischen Wüste

Das Wunder in der ägyptischen Wüste

SEKEM-Geschäftsführer Helmy Abouleish10. August 2018

In der Salzburger Innenstadt hat es an diesem Mittwochabend Anfang August immer noch heiße 35 Grad. Trotzdem lauschen über 40 BesucherInnen einem Vortrag über eine besondere Organisation aus Ägypten, die ihr ganzes Tun an der „Economy of Love“ ausrichtet.

Dass so viele Oikocredit-Mitglieder und InteressentInnen der Einladung folgten, lag an dem Besuch eines außergewöhnlichen Gastes. Helmy Abouleish, Geschäftsführer und Sohn des Gründers der Initiative SEKEM, sprach über die Entwicklung der Organisation, anfängliche Schwierigkeiten, Erfolge und Zukunftsvisionen. Er erklärte auch SEKEMS Geschäftsmodell, den Anbau landwirtschaftlicher Produkte nach bio-dynamischen Prinzipien.

Zahlreiche Oikocredit-Mitglieder und InteressentInnen folgten unserer Einladung!

Als Helmy Abouleish von SEKEMS Anfängen in den 1970ern erzählt, ist das Bild nicht allzu positiv. Er berichtet von vielen Gegenstimmen und einer Menge Skepsis. Trotzdem hielt sein Vater an der, für viele als verrückt erklärten, Idee fest und verwirklichte das Projekt. Dieser Mut wurde belohnt, denn heute, über 40 Jahre nach der Gründung, kann SEKEM große Erfolge aufweisen: Weil Dr. Ibrahim Abouleish beweisen konnte, dass Pestizide in großen Mengen schlecht für Umwelt und Mensch sind, wurde der Einsatz in Ägypten seit 1991 um 90% gesenkt.

Auch wirtschaftlich entwickelt sich SEKEM stetig weiter. Heute sind rund 1.500 MitarbeiterInnen angestellt und einige hundert unabhängig arbeitende VertragsbäuerInnen. Sie alle leben tagtäglich die Vision einer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur.

Ein Mitarbeiter SEKEMS bei der täglichen Arbeit.

Eines wird Helmy Abouleish nicht müde zu betonen: SEKEM wäre ohne die Zusammenarbeit vieler gleichgesinnter Menschen und Organisationen nicht möglich gewesen. Oikocredit spielt als ethische Investorin eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung des Betriebes. So konnten durch den Kredit von Oikocredit Kultivierungsaktivitäten gefördert und notwendige Maschinen angeschafft werden.

Jedoch spielt das Finanzielle nicht die wichtigste Rolle in dem ägyptischen Landwirtschaftsbetrieb. Helmy Abouleish erzählt von der „Economy of Love“, einem Ausdruck, den sein Vater, SEKEM-Gründer Dr. Ibrahim Abouleish, prägte. Im Zentrum dieser Philosophie steht der Mensch, denn er ist es, der die Arbeit verrichtet und letztlich von Wirtschaft, Produkt, Bildung und Kultur profitieren soll. Deshalb werden 30 Prozent der Gewinne von SEKEM in Kindergärten, Schulen und eine Universität bzw. ein medizinisches Zentrum investiert.

Helmy Abouleish berichtet in Salzburg über SEKEM.

Die Geduld der ZuhörerInnen wurde nach einer kurzweiligen Stunde belohnt. Ein kräftiger Schauer lockerte die angestaute Hitze des heißen Sommertages auf. Im Bistro und Bio-Laden Frau von Grün, in dem die Veranstaltung stattfand, wehte zumindest ein kühleres Lüftchen als vorher. So konnten wir köstliche Brötchen und hausgemachte Limonaden genießen, während wir spannende Gespräche mit Helmy Abouleish persönlich führten.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei der Inhaberin des Bio-Ladens Frau von Grün, Michaela Auernigg-Traunig, und bei Helmy Abouleish, der mit seiner Frau Konstanze Abouleish den weiten Weg nach Salzburg auf sich nahm, um unseren InvestorInnen das Projekt SEKEM näherzubringen. Dank spannender Einblicke und Berichten aus erster Hand verbrachten wir einen angenehmen Abend in Salzburg. Wir freuen uns auf eine baldige Wiederholung, nächstes Mal hoffentlich bei etwas niedrigeren Temperaturen!

« Zurück