Wachsen und gedeihen

FUCA-UY-09.jpg02. August 2018

Silvia Marquisio de Ferro hält trotz aller Widrigkeiten an ihrer Gärtnerei fest.

Ein schmaler Weg führt durch die kleine Gärtnerei „Bello Jardin“, übersetzt der „schöne Garten“. Links und rechts des Weges wachsen Pflanzen in unterschiedlichen Höhen und Farben. Die Besitzerin der Gärtnerei, Silvia Marquisio de Ferro, hebt einen der Blumentöpfe hoch und präsentiert ihn stolz ihrem Besucher. Es ist Eduardo Levratto Lagrotta, Berater der Mikrofinanzorganisation FUCAC. Er kommt regelmäßig für Finanzberatungen vorbei. FUCAC mit Sitz in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo vergibt Geschäfts- und Konsumkredite sowie Mikrodarlehen. Sie genießt einen guten Ruf in Uruguay, weil die Finanzierungen leicht zugänglich sind, wenn sie benötigt werden. Bereits seit 1996 arbeitet FUCAC mit Oikocredit zusammen.

FUCAC besucht regelmäßig ihre Mitglieder und berät sie in finanziellen Angelegenheiten.

Silvia Marquisio de Ferro ist seit 2003 Mitglied von FUCAC. Davor hatte sie bei mehreren Kommerzbanken um einen Kredit angefragt, wurde aber immer wieder abgelehnt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Mutter von drei Söhnen die Gärtnerei bereits seit sechs Jahren geführt.

Nur zufällig stieß Marquisio de Ferro dann in einer Lokalzeitung auf eine Anzeige von FUCAC, die sich an speziell an Unternehmerinnen richtete. Sie kontaktierte die Genossenschaft, präsentierte erfolgreich ihr Geschäftsmodell und erhielt ihren ersten Kredit in der Höhe von umgerechnet rund 5.000 Euro. Sie baute ihre Gärtnerei aus und stellte ihren Mann und jüngsten Sohn ein. Zwei Jahre später kam jedoch alles anders als gedacht: Marquisio de Ferro wurde Opfer eines Betrugs mit falschen Schecks, sie verlor Geld und musste die Gärtnerei schließen.

Die Unternehmerin musste ihr Verkaufskonzept mehrmals ändern, hat deswegen aber nie aufgegeben.

Die selbstbewusste Marquisio de Ferro, die sich auch für die Rechte von Frauen einsetzt, ließ sich nicht beirren. Sie verlegte die Gärtnerei kurzerhand auf ihr privates Grundstück, so ersparte sie sich die Miete für das Geschäftslokal. Gemeinsam mit ihrem Mann begann sie, die Pflanzen auf Messen und an einem Straßenstand zu verkaufen. Ein weiterer Schicksalsschlag folgte einige Jahre später: Ihr Mann musste am Herzen operiert werden. Das Ehepaar gab die Verkaufsstände auf und änderte erneut sein Konzept. Seit der Operation verkaufen sie die Pflanzen telefonisch und über das Internet. Die lokale Regierung und FUCAC sind nur zwei ihrer vielen KundInnen.

Silvia Marquisio de Ferro zeigt: Aufgeben ist keine Option! Ihr Geschäft läuft gut, selbst wenn ihr kleiner Lastwagen und ein Gewächshaus im Winter durch Hagel beschädigt wurden. Von FUCAC hat sie nämlich für die Reparaturen einen Kredit von rund 2.000 Euro bekommen. Sind die Reparaturen erledigt, will die Gärtnerin anfangen, auf einen Urlaub mit ihrem Mann, mit dem sie nun schon fast 50 Jahre verheiratet ist, zu sparen. Bis dahin entspannt sie in ihrem schönen Garten.

Auf ihrer Projektseite finden Sie weitere Informationen zur Mikrokreditinstituation FUCAC.

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