Das Sicherheitsnetz, geflochten aus Mikrokrediten

Thanh-VN-08.jpg10. Juli 2018

Korbflechterin Ngo Thi Tu berichtet, wie Mikrokredite ihren Alltag erleichtern und sie in Notlagen absichern.

Als sie vor knapp 20 Jahren Kundin der vietnamesischen Mikrofinanzorganisation Thanh Hoa wurde, arbeitete Ngo Thi Tu noch als Viehzüchterin. Sie passte damit zur Zielgruppe von Thanh Hoa: Die Organisation richtet sich vor allem an benachteiligte Frauen mit geringem Einkommen und an Kleinstunternehmerinnen. Die Mikrofinanzorganisation bietet Kredite, Sparmöglichkeiten und Mikroversicherungen sowie Bildungsmöglichkeiten an.

Ngo Thi Tu nahm an einer der Weiterbildungen teil. „Sie haben uns gezeigt, wie man Körbe aus Bambus macht und ich habe zwei Monate gebraucht, um es zu lernen – seitdem mache ich nichts anderes mehr“, sagt Ngo Thi Tu mit einem Lächeln. Sie wechselte daraufhin das Metier und fertigt nun mit anderen Frauen Bambuskörbe für eine Fabrik. Tiere hält Ngo Thi Tu allerdings immer noch. Gemeinsam mit ihrem Mann, der als Bauarbeiter arbeitet, betreibt sie nebenbei noch Landwirtschaft. Auf diese Weise sorgen die beiden für ihre Familie.

Mithilfe der Mikrokredite kann Ngo Thi Tu ihr Leben in vielen Bereichen absichern.

Einen Teil ihrer Ersparnisse hat Ngo Thi Tu für den Bau eines Brunnens verwendet. Gut zu wirtschaften und klug mit dem Geld umzugehen, das sie durch die Kredite sparen kann, hat sie in Kursen zur finanziellen Grundbildung gelernt. Diese sind ebenfalls Teil des Angebots von Thanh Hoa.

Mit einem der Kredite, den sie erhalten hat, hat sie ihrem Sohn ein Fahrrad gekauft, damit er zur Schule fahren kann. Sie erklärt, wie die Kredite der Oikocredit-Partnerorganisation das Leben ihrer Familie erleichtern: „Ich kann Geld sparen und habe Rücklagen, wenn irgendetwas Unvorhergesehenes passiert, für Notfälle oder für den Fall, dass es Probleme gibt. So sind wir nicht auf Geldverleiher, die sehr hohe Zinsen fordern, angewiesen.“

Trotz Krankheit blickt Ngo Thi Tu positiv in die Zukunft.

Die Rücklagen sind für Ngo Thi Tu aktuell wichtiger denn je: Die vielen Arbeitsstunden haben Rückenprobleme verursacht, mehrmals musste sie für längere Zeit in eine Klinik. Die medizinische Versorgung braucht die Korbflechterin nicht zu bezahlen, aber alle anderen Kosten laufen weiter und während der Klinikaufenthalte fällt ihr Einkommen weg. Vor einigen Jahren wurde bei Ngo Thi Tu eine chronische Entzündung der Nieren diagnostiziert. Jetzt hat sie zwei große Wünsche: Sie hofft, dass die Krankheit so lange unter Kontrolle gehalten werden kann, bis sie ihren Sohn im Teenageralter als erfolgreichen und unabhängigen jungen Mann erleben kann, der seine Ausbildung beendet.

Und sie hofft, dass sich ihre ökonomische Situation weiter verbessert. Dafür erhält sie weiterhin Unterstützung von Thanh Hoa. Die Organisation, entstanden aus einem Kreditprogramm von „Save the Children“, war 2014 die dritte staatlich regulierte Mikrofinanzinstitution in Vietnam und ist heute die führende Mikrofinanzinstitution in Nord- und Mittel-Vietnam. Seit 2015 arbeitet Thanh Hoa mit Oikocredit zusammen.

Erfahren Sie mehr über Thanh Hoa.

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