Khut Sambo hat die Fäden fest in der Hand

PRASAC-KH-02.jpg03. Juli 2018

Mit ihren Stoffen verbessert Khut Sambo das Leben ihrer ganzen Familie.

Ein Stück vom Zentrum der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh entfernt lebt Khut Sambo mit ihrer Familie. In ihrer Weberei stellt sie „Krama Khmer“ her, einen traditionellen Stoff, der unter anderem als Schal und als Gesichtsschutz gegen Staub verwendet wird. Mehr als zehn Jahre ist es her, dass sie ihr Unternehmen gegründet hat. Sambos Eltern finanzierten ihr damals zwei handbetriebene Webstühle. Diese verdienten ihr Geld durch den Handel mit Früchten und hatten den Betrag für ihre Tochter lange angespart.

Khut Sambo stellt traditionelle Stoffe her.

Schon bald nach der Eröffnung ihrer Weberei beschloss Sambo, diese weiterzuentwickeln. Im Jahr 2009 suchte sie deshalb für einen Kredit bei PRASAC an. PRASAC ist 1995 als EU-finanziertes Projekt gestartet, mit dem Ziel, ländliche Entwicklungsprogramme in Kambodscha zu unterstützen. Seit 2004 ist PRASAC als Mikrofinanzinstitution (MFI) zugelassen und seit 2005 Partner von Oikocredit. Mittlerweile ist sie die größte MFI ihrer Art in Kambodscha. PRASAC betreut 90.000 KreditnehmerInnen, wobei mehr als die Hälfte davon Frauen sind.

Mit ihrem ersten Kredit in der Höhe von 1.000 US-Dollar kaufte Sambo zwei Webmaschinen – also elektrische Webstühle –, was ihre Arbeit stark vereinfachte. Ihr aktuelles Darlehen läuft über fünf Jahre und beträgt 14.000 US-Dollar. Das Geld hat sie bereits für Material und zwei weitere Webmaschinen aufgewandt. Insgesamt besitzt Sambo nun 13 Maschinen und hat damit ihre Produktivität noch weiter erhöht. Früher verdiente sie 100 US-Doller im Monat, heute ist es das Dreifache.

Auch Khut Sambos Mutter arbeitet nun in der Weberei.

Der wirtschaftliche Erfolg stärkt nicht nur Sambo und ihre Mitarbeiterinnen, die sie mittlerweile angestellt hat. Das Leben von Sambos Familie hat sich mithilfe der Kredite von PRASAC und der harten Arbeit der letzten Jahre drastisch verbessert: Sie konnten sich sechs Motorräder – in Kambodscha das wichtigste Verkehrsmittel – kaufen und wurden so in ihrer Mobilität unabhängiger. Außerdem kann sich die Familie nun bessere Lebensmittel und hochwertigere Kleidung leisten. Auch an ihrem Haus haben sie einige Verbesserungen vorgenommen.

Sambos Ehemann arbeitet als Gärtner für ein Krankenhaus. Wie er darüber denkt, dass seine Frau mehr verdient als er? Er respektiert sie noch mehr als zuvor und überlässt ihr die Hoheit über die Familienfinanzen. Denn sie trifft die Entscheidungen.

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