Kaffee fairkosten - Oikocredit erleben

1793-fapecafes-ec-1000pxs-01.jpg27. Juni 2018

Zu einer Kaffeeverkostung der besonderen Art haben wir vergangenes Wochenende zahlreiche AnlegerInnen in Innsbruck und Salzburg eingeladen.

Für zwei unserer Gäste startete die Reise bereits in Südamerika: José Apolo und Vinicio Martinez sind nämlich Quality Manager und Geschäftsführer der KaffeebäuerInnen-Kooperative FAPECAFES, die ihren Sitz im Süden Ecuadors hat. Sie stellten ihre Organisation und den Fairtrade-Bio-Kaffee mehreren Oikocredit-Teams in Deutschland, den Niederlanden und Österreich vor. Die AnlegerInnen, mit deren Kapital Oikocredit Mikrokreditprogramme und andere soziale Organisationen refinanziert, konnten erleben, wofür ihr Geld eingesetzt wird: FAPECAFES erhält nämlich ein Darlehen von Oikocredit.

Ecuador zu Gast in der Tiroler Landeshauptstadt

Innsbruck war der erste Stopp für José und Vinicio in Österreich. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Tiroler Landeshauptstadt - das Goldene Dach darf natürlich nicht fehlen - waren wir zu Gast im Café Namsa. Das Café bietet in Innsbruck anerkannten Flüchtlingen und subsidiär Schutzberechtigten die Möglichkeit, ihre Stärken in einem ersten Arbeitsverhältnis einzubringen.

Vinicio und José bei der Kaffeeverkostung in Innsbruck.

Montag konnten wir erneut viele AnlegerInnen und Interessierte für Kaffee begeistern. Die academy-Café-Bar in Salzburg bot uns den geeigneten Raum, um das sogenannte Cupping durchzuführen: Der Kaffee wird frisch gemahlen, mit heißem Wasser übergossen und dann mit einem Löffel in ganz kleinen Mengen geschlürft. So werden die Aromen des Kaffees am besten wahrgenommen.

Bevor der Kaffee verkostet wird, werden die Aromen gerochen.

Kaffeeanbau ist eine aufwendige Arbeit, die fair entlohnt werden muss

Der fair gehandelte Bio-Kaffee wird nach hohen Qualitätsstandards produziert, erzählen Vinicio und José. Nach einer aufwendigen händischen Ernte wird der Kaffee getrocknet, verarbeitet und dann an u.a. KaffeerösterInnen verkauft. Diesen Aufwand schätzen aber nicht alle KaffeehändlerInnen, denn einige unseriöse ZwischenhändlerInnen, die sogenannten Coyoteros, kaufen den BäuerInnen ihre Ernte zu einem viel zu niedrigen, aber sofort verfügbaren, Preis ab. Die Kooperative FAPECAFES bezahlt einen viel höheren Preis, der aber erst nach dem Weiterverkauf verfügbar ist. Damit dieses Geld jedoch sofort verfügbar ist, wenn die BäuerInnen es brauchen, stellt Oikocredit FAPECAFES ein Darlehen zur Verfügung.

Eine Möglichkeit, den Kaffee in Österreich zu erwerben, ist der Onlineshop prem frischkaffee. Gründer und Inhaber Michael Prem kauft die grünen Kaffeebohnen von FAPECAFES und gibt ihnen durch die Röstung ein individuelles Aroma.

Die hohe Qualität sieht man nicht nur an den Bohnen, man schmeckt sie auch. Genau das war den beiden Vertretern der Kooperative so wichtig: "Wir hoffen, Sie trinken ab jetzt jede Tasse mit ein bisschen mehr Genuss, aber auch Bewusstsein für die aufwendige Herstellung des Kaffees."

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