Kaffee für die folgenden Generationen: Über nachhaltigen Kaffeeanbau in Kolumbien

Kaffee für die folgenden Generationen: Über nachhaltigen Kaffeeanbau in Kolumbien

Lourdes López Balaguera mit den Blumen, die das Einkommen der Familie aufbessern.27. Februar 2018

Red Ecolsierra ist ein Oikocredit-Partner, der KaffeebäuerInnen faire Preise für ihr Produkt bietet und sie bei der Verbesserung der Anbaubedingungen unterstützt – trotz der langanhaltenden gewalttätigen Unruhen in manchen Regionen Kolumbiens.

Paulino Sanchez Samaniego und seine Frau Lourdes sind Gründungsmitglieder des Bio-KleinbäuerInnen-Verbands Red Ecolsierra. Seitdem die Kooperative vor 20 Jahren gegründet wurde, hat das Ehepaar viel erreicht: „Wir konnten unsere Plantage optimieren und unser Einkommen aufbessern. Den Gewinn aus dem Kaffeeanbau haben wir erneut in den Anbau und natürlich in die Ausbildung unserer Kinder investiert.“

Paulino Sanchez Samaniego bei der Kaffeeernte.

Paulino und Lourdes leben und arbeiten auf der Kaffeeplantage Finca El Brazo de Dios in Vereda Minca, Santa Marta, mit zwei ihrer insgesamt zehn Kinder. Der Kaffeeanbau liegt bereits seit Generationen in der Familie, ein anderes Geschäft kam für die beiden auch in turbulenten Zeiten nicht in Frage.

Schwierige Zeiten in Kolumbien

Durch Kolumbiens interne Konflikte sind seit 1958 mehr als 220.000 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als vier von fünf Opfern waren ZivilistInnen und viele Menschen haben ihr Land verloren oder wurden vertrieben. Paulino und seine Familie machten ähnliche Erfahrungen: „Wir erlebten 25 Jahre lang Gewalt, verursacht von Guerillas und paramilitärischen Gruppen. Sie wollten die Plantagen übernehmen, unsere Nachbarn hatten Angst und gaben irgendwann nach. Wir nicht! In den letzten 15 Jahren hat sich die Situation aber wesentlich verbessert.“

Paulino und Lourdes bauen auf ihrer Plantage hauptsächlich Kaffee an, dafür verwenden sie 3 ½ Hektar. Daneben züchten die beiden Hühner und pflanzen Blumen an, um ihr Einkommen etwas aufzubessern. Kaffeereste und Hühner-Abfälle werden zum Düngen verwendet – so wird möglichst nachhaltig und umweltfreundlich gearbeitet.

Lourdes López Balaguera mit den Blumen, die das Einkommen der Familie aufbessern.

Mit Hilfe von Red Ecolsierra konnte das Ehepaar eine Wasseraufbereitungsanlage kaufen, die Voraussetzung für die Bio-Zertifizierung ist. Durch die zusätzliche Fair Trade-Prämie können die beiden weiter in die Kaffeeverarbeitung investieren.

Auch in Zukunft möchten Paulino und Lourdes weiter jener Arbeit nachgehen, die sie so lieben: Dem Anbau von hochqualitativem Kaffee und Blumen, während sie achtsam mit dem Land umgehen, sodass es noch nachfolgende Generationen nutzen können.

Paulino Sanchez Samaniego und Lourdes López Balaguera auf der Veranda ihres Hauses.

Über Red Ecolsierra

Red Ecolsierra liegt in Kolumbiens Sierra Nevada de Santa Marta-Region. Der Kaffeeanbau ist typisch für die Region, jedoch leider auch die hohe Armutsquote. Nur 30 % der lokalen Bevölkerung erreichen die sekundäre Bildungsstufe.

Die Kooperative unterstützt die KaffeebäuerInnen nicht nur finanziell, sondern auch durch technische Schulungen zu Themen wie biologischem Dünger, Wasseraufbereitung oder Kaffeeanbau und -Verarbeitung. Ein wichtiger Aspekt sind Anbaumethoden, die sparsam mit natürlichen Ressourcen umgehen und diese schützen.

Oikocredit arbeitet seit 2011 mit Red Ecolsierra zusammen, um den Kaffeeanbau zu unterstützen. Die Zusammenarbeit ermöglicht es dem Verband, seinen Mitgliedern faire Preise auszubezahlen. Die Mehrheit der BäuerInnen verkauft Kaffee über den Verband, wodurch dieser eine stärkere Verhandlungsposition nutzen kann, um höhere Preise zu erzielen.

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