Oikocredit unterstützt eine außergewöhnliche Gruppe von Frauen

Vânia Lucia Pereira da Silva, Mitglied von MOBI und Vizepräsidentin COOPFAM, mit ihrem Mann.18. Januar 2018

Im Brasilianischen Staat Minas Gerais arbeitet die Frauen-Kooperative MOBI. Die Mitglieder bauen Bio-Kaffee an, verkaufen diesen und unterstützen so ihre Familien.

Das Projekt wurde durch den Oikocredit-Partner COOPFAM verwirklicht. Die Frauengruppe MOBI ist ein Teil von COOPFAM und spielt eine entscheidende Rolle im Kaffeeanbau: „Die Frauen, die zu MOBI gehören, wollen mehr, als sich nur um Kinder und Küche zu kümmern – sie wollen eigenständig an COOPFAMs Kaffeeanbau teilhaben und sie wollen gehört werden“, erklärt Vânia Lucia Pereira da Silva, MOBI-Mitglied und Vizepräsidentin von COOPFAM. „Frauen sind maßgeblich an der Produktion beteiligt – sie müssen auch an den Entscheidungsprozessen beteiligt sein.“

Vânia Lucia Pereira da Silva, Mitglied von MOBI und Vizepräsidentin von COOPFAM, mit ihrem Mann.

Die Gruppe MOBI besteht bereits seit 2006. Sie erhält vom Oikocredit-Partner COOPFAM technische Schulungen und Wissen über die Ernte der Kaffeekirschen bis hin zum Trocknen der Bohnen und dem Verkauf der Kaffeeprodukte. Vor allem Vânia hat dazu beigetragen, dass die Frauen diese Fortbildungen erhalten. Sie nahm an den von COOPFAM veranstalteten Führungstrainings teil und überwand damit kulturelle Barrieren: Als eine von zwei Frauen zählt sie zu COOPFAM oberster Führungsriege.

Das Besondere an MOBI ist, dass die Frauen ihr Kaffeeprodukt „Café Femininor“ um zehn Prozent teurer als herkömmlichen Bio-Kaffee verkaufen. Den Gewinn aus diesem erhöhten Preis investieren die Frauen in den Ausbau der Kapazitäten ihrer Mitglieder. So werden Frauen bestärkt, eigenständig Kaffee anzubauen und ihren Lebensunterhalt nicht nur zu sichern, sondern auch zu steigern.

Oikocredit und COOPFAM

Oikocredit entschied sich für COOPFAM als Partnerorganisation, weil die Genossenschaft regelmäßig Initiativen unterstützt, in deren Mittelpunkt der Mensch und die Umwelt stehen. Wie Oikocredit hat auch COOPFAM den Anspruch, die Lebensumstände von Kleinbauern und -bäuerinnen zu verbessern und fokussiert sich dabei auf fairen Handel. Als erste Genossenschaft in Brasilien nahm COOPFAM Ende der 1990er Jahre den Anbau von organischem und Fairtrade-Kaffee auf. Mit den von Oikocredit bereitgestellten Mitteln unterstützt COOPFAM ihre Mitglieder beim Zugang auf lokale, nationale und internationale Märkte. 450 Kleinbäuerinnen und -bauern sind an der Genossenschaft beteiligt.

Als Vizepräsidentin von COOPFAM ist Vânia ist überzeugt, dass die stärkere Teilhabe der Frauen an allen Aktivitäten rund um den Kaffeeanbau ein entscheidender Faktor ist, um der Landflucht von jungen Menschen entgegenzuwirken – ein zentraler Beitrag zur Sicherung der Zukunft dieser blühenden Gemeinschaft.

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