Die lange Reise einer fair gehandelten Kaffeebohne

FAPECAFES-01-C.jpg19. September 2017

Im Nordwesten des südamerikanischen Kontinents liegt Ecuador, ein Staat mit über 16 Millionen EinwohnerInnen. Im Süden des Landes lebt Miguel Mosquera, Kaffeebauer und Mitglied der Kooperative FAPECAFES.

Der Kaffeebauer Miguel Mosquera.

Miguel ist einer der BäuerInnen, die ihren Kaffee an den Oikocredit-Partner FAPECAFES (Federación Regional de Asociaciónes de Pequeños Cafetaleros Ecológicos del Sur del Ecuador) verkaufen. Die Felder der einzelnen BäuerInnen sind zwischen ein und zehn Hektar groß und biologischer Anbau wird bedeutet hier definitiv mehr, wie Miguel betont: „Bei biologischem Anbau geht es nicht um ein Zertifikat auf Papier – es ist eine Einstellung. Das Thema liegt uns am Herzen und die Bauern entscheiden sich bewusst dafür, keinen Dünger zu verwenden, der alles zerstört.“

Miguels Kaffeefarm liegt etwas erhöht, mit wunderschöner Aussicht über das Dorf Vilcabamba. Die geographische Lage und das Klima sind optimal für den Kaffeeanbau, denn das warme feuchte Wetter unterstützt die Produktion von hochqualitativem Kaffee. Die Weiterverarbeitung und das Trocknen der Bohnen finden am Feld statt, danach kommt der Kaffee zu einer ersten Qualitätskontrolle. 45 Minuten Fahrt von Vilcabamba entfernt liegt Catamayo, wo die Kaffeebohnen schließlich zum Verkauf vorbereitet werden.

Ein direkter Käufer ist zum Beispiel Michael Prem, dessen Unternehmen in Wien unter dem Namen prem frischkaffee bekannt ist. Er importiert die Kaffeebohnen gemeinsam mit Quijote Kaffee (Sitz in Hamburg). Beide Unternehmen rösten den Kaffee selbst und produzieren somit ganz individuelle Geschmacksrichtungen.

FAPECAFES ist die Dachorganisation für fünf Kooperativen in Ecuador. Alle 1.200 Mitglieder sind Fairtrade-zertifizierte KleinbäuerInnen und produzieren sowohl für den heimischen Markt, als auch für den Export. Die Mission von FAPECAFES ist die Verbesserung der Lebensumstände der Mitglieder und die Produktion von hochqualitativem Kaffee. Dazu gehören technische Schulungen, Fortbildungen und faire Bezahlung für die KleinbäuerInnen genauso wie die Umsetzung spezifischer Projekte mit Hilfe der Regierung und anderen Institutionen.

Für Ecuador ist Kaffee, neben Bananen und Kakao, eines der wichtigsten Exportprodukte. 150.000 Hektar sind dem Kaffeeanbau der Sorten Arabica und Robusta gewidmet. Die jährliche Produktion wird auf 60 Millionen Kilogramm geschätzt. Oikocredit arbeitet mit fünf Partnern im landwirtschaftlichen Sektor zusammen. Das Portfolio aller 24 Partnerorganisationen von Oikocredit in Ecuador beträgt umgerechnet fast 50 Millionen Euro. Wie in fast allen Bereichen unserer Refinanzierungen sind Frauen und die Bevölkerung in ländlichen Regionen eine besonders wichtige Zielgruppe.

Mehr Infos zu unseren Partnerorganisationen in Ecuador finden Sie in unserer Partnerdatenbank.

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