Faire Preise für eine hochqualitative Ernte

IMP-RW-31-C.jpg03. August 2017

Paul Baziki, Kaffeebauer aus Ruanda, findet den Preis für Kaffeeernten generell niedrig: „Wir können Kaffee nur ein Mal pro Jahr ernten, Unkraut müssen wir jedoch vier Mal pro Jahr entfernen. Wir brauchen auch Insektizide und Dünger, um eine ertragreiche Ernte zu generieren. Diese Faktoren machen Kaffee zu einer zeitaufwändigen und teuren Pflanze, daher verdienen wir einen fairen Preis für unsere Ernte.“

Bessere Preise und einfachere Verarbeitung

Paul verkauft seine Ernte an den Oikocredit-Partner Impexcor, ein Familienbetrieb, der bereits seit 1977 besteht. Impexcor kauft die Ernte von kleinen KaffeebäuerInnen in Nyakabuye, Gitambi und Gatare sowie von einer Kooperative und von elf Bauernverbänden. Als wir Paul fragen, warum er seinen Kaffee an Impexcor verkaufe, erwiedert er, dass die Kooperative einfach den besten Preis bezahle. Der wichtigste Grund sei aber, dass Impexcor die Weiterverarbeitung des Kaffees übernehme. Paul baut seit 1970 Kaffee an und musste die Früchte bisher selbst waschen und stampfen.

„Vor Impexcor kostete es mich immer extrem viel Zeit, die Ernte zu verarbeiten. Ich brauchte eine große Menge Wasser, was den Prozess ziemlich teuer machte. Seit die Kaffee-Waschanlage aufgestellt wurde, bringe ich meine Ernte direkt zu Impexcor. Die Kooperative kauft den nassen Kaffee und ich kann sofort mit dem entsprechenden Geldbetrag nachhause gehen. Das macht für mich den großen Unterschied.“

Der Kaffeebauer Paul Baziki aus Bikinga (Ruanda).

Erntequalität verbessern

Kaffee ist die Haupteinnahmequelle für Paul und 1.800 andere BäuerInnen, die ihre Ernte an Impexcor verkaufen. Manche KaffeebäuerInnen sind als Kooperativen oder Verbände organisiert, andere arbeiten alleine, wie Paul. Für jene BäuerInnen, die nahe an der Verarbeitungsstätte von Impexcor wohnen, ist die Lieferung einfach – für alle anderen gibt es einen Lastwagen, der die Ernte einsammelt.

Impexcor stellt den BäuerInnen auch Dünger und andere Materialien, die die Qualität der Ernte verbessern, zur Verfügung. BäuerInnen wird außerdem geraten, verschiedene Dünger zu verwenden. Traditionellerweise wurde immer nur mit einer Art von Düngern gearbeitet, aber die abwechselnde Verwendung je nach Saison steigert die Erntequalität weiter.

Um neue Märkte zu erschließen, erfüllte Impexcor im Jahr 2015 alle Auflagen für das Rainforest Alliance-Zertifikat.

Weitere Kaffeepflanzen unterstützen die gesamte Familie

Paul Baziki würde gerne noch mehr an seiner Arbeitsweise ändern, aber bereits jetzt sieht er erste Resultate: „Vor Impexcor hatte ich nur 1.000 Kaffeepflanzen. Als ich bemerkte, wie viel Zeit mir die Weiterverarbeitung von Impexcor spart, fügte ich noch 500 weitere Pflanzen hinzu. Je nachdem, wie die nächste Ernte ausfällt, kann ich noch mehr Pflanzen kaufen, um noch mehr Kaffee zu ernten!“

Das Ersetzen von älteren Kaffeepflanzen ist eine weitere mühselige Aufgabe für Paul und andere KaffeebäuerInnen. Die Pflanzen tragen nämlich erst nach drei Jahren Früchte. Pauls Pflanzen sind zum Glück relativ jung, da er jene aus dem Jahr 1970 bereits erneuert hatte.

Paul pflanzt auch Mais, Bohnen, Soja und Maniok an. Die Ernte verwendet er jedoch, um seine Familie zu ernähren: „Kaffee ist das einzige Produkt, das ich verkaufe. Mit Kaffee verdiene ich genug Geld, um meine Familie zu ernähren – Kaffee half mir, ein Haus zu bauen und meine Kinder in die Schule zu schicken.“

Paul hat fünf Töchter und fünf Söhne. „Alle meine Söhne haben einen Job – einer ist zum Beispiel Elektriker. Alle sind verantwortungsvoll und versorgen ihre Familien. Einer meiner Söhne wohnt nicht weit von mir, die anderen leider schon. Sie führen aber ein gutes Leben.“

Zukunftspläne

Paul ist nun 67 Jahre alt und baut seit über 35 Jahren Kaffee an. Was sind seine Pläne für die Zukunft? „Ich würde gerne Kühe kaufen, um meinen eigenen Dünger zu produzieren. Danach möchte ich meine Kaffeeplantage vergrößern, um die finanzielle Situation meiner Familie noch weiter zu verbessern.“

Wird die Arbeit nicht irgendwann zu anstrengend, fragen wir uns? „Obwohl ich alt bin, möchte ich dennoch die Leitung meiner Kaffeeplantage beibehalten. Ich werde Arbeiter anstellen, damit ich nicht mehr so harte körperliche Arbeit leisten muss. Die Kühe werden mir helfen, für die Arbeiter aufzukommen. So bereite ich mich für die Zukunft vor.“

Über Impexcor

Oikocredit arbeitet mit Impexcor Ltd. seit 2015 zusammen. Das Unternehmen verarbeitet Kaffee und genießt, nicht zuletzt aufgrund der langjährigen Erfahrung, einen sehr guten Ruf auf dem Kaffeemarkt. Das Darlehen von Oikocredit beträgt RWF 300 Millionen, rund € 350.000. Ausführlichere Infos finden Sie in der Oikocredit-Partnerdatenbank.

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