Eine Milliarde für soziale Unternehmen: Oikocredit erreicht Rekordergebnisse

Annika Ngobeni ist Kreditnehmerin bei dem Oikocredit Partner The Small Enterprise Foundation (SEF) in Südafrika.23. März 2017

150 Prozent mehr Investitionen im Bereich Erneuerbare Energien. Weltweite Anlegerzahl nimmt zu.

Die internationale Genossenschaft Oikocredit hat im Geschäftsjahr 2016 die Finanzierung von sozialen Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern um 16 Prozent gesteigert. Investitionen in den Sektor Erneuerbare Energien nahmen um einen Rekordwert von 150 Prozent zu. Die Zahl der Oikocredit-Anlegerinnen und Anleger weltweit stieg auf 54.000 – rund 10 Prozent von ihnen kommen aus Österreich.

Oikocredit hat im Jahr 2016 ihre Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern erneut ausgeweitet. Das Finanzierungsportfolio belief sich zum Abschluss des Geschäftsjahres auf insgesamt 1.047 Millionen Euro – ein Zuwachs um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Im Jahr 2015 hat bereits unsere Bilanzsumme die Milliardenmarke überschritten, nun haben wir mit Abschluss des Geschäftsjahres 2016 auch die Summe für Projektfinanzierungen auf über eine Milliarde Euro steigern können. Damit lässt sich einiges bewegen“, sagte Matthias Lehnert, Geschäftsführer von Oikocredit Deutschland.

Deutliches Wachstum in Schwerpunktbereichen

Größter Investitionsschwerpunkt ist der Inklusive Finanzsektor, zu dem mit Mikrofinanzinstitutionen (MFI) auch Investitionen in kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit sozialer Ausrichtung gehören. In diesem Bereich, in dem Oikocredit weltweit zu den führenden Akteuren zählt, vergab die Genossenschaft im Jahr 2016 Darlehen und Eigenkapitalbeteiligungen in Höhe von 814,5 Millionen Euro – elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch das Engagement in der Landwirtschaft hat Oikocredit gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet: um 39 Prozent auf 157,3 Millionen Euro. Damit entfallen auf die Landwirtschaft jetzt 15 Prozent des Gesamtportfolios der Genossenschaft. Mit den zunehmenden Investitionen in landwirtschaftliche Unternehmen verfolgt Oikocredit das Ziel, Arbeitslosigkeit und Armut im ländlichen Raum entgegenzuwirken.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Portfolio im Bereich Erneuerbare Energien, das Oikocredit um 150 Prozent auf 39,8 Millionen Euro ausweiten konnte. Seit 2014 stellt dieser Sektor einen Finanzierungsschwerpunkt dar und macht mittlerweile vier Prozent des Gesamtportfolios aus.

„Oikocredit setzt sich nachhaltig für Umweltschutz und Gerechtigkeit ein. Nach wie vor haben weltweit rund 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Strom – meist Familien mit geringem Einkommen in ländlichen Gebieten. Bezahlbare und saubere Energie ist eine wesentliche Säule für nachhaltige Entwicklung“, sagte Hann Verheijen, Kreditdirektor bei Oikocredit International.

Einen regionalen Schwerpunkt hat Oikocredit in Afrika gesetzt, wo die Genossenschaft 188,7 Millionen Euro in 24 Ländern investiert. In den vergangenen drei Jahren ist das Afrika-Portfolio um über 100 Prozent gewachsen.

Annika Ngobeni ist Kreditnehmerin bei dem Oikocredit Partner The Small Enterprise Foundation (SEF) in Südafrika.

Partner stark machen für einen Dreifachgewinn: sozial, ökonomisch, ökologisch

Um sozialen Unternehmen langfristiges Kapital und strategische Unterstützung zur Verfügung zu stellen, vergibt Oikocredit nicht nur Darlehen, sondern zunehmend auch Kapitalbeteiligungen. Das Kapitalbeteiligungsportfolio legte im Jahr 2016 um 47 Prozent auf 113,8 Millionen Euro zu.

Neben Finanzierungen bietet Oikocredit ihren Partnerorganisationen Beratung und Schulungen an, um sie nachhaltig zu stärken. Im Jahr 2016 bewilligte Oikocredit zahlreiche Beratungs- und Schulungsmaßnahmen für drei globale Programme – Landwirtschaft, Finanzdienstleistungen und Erfassung der Sozialen Wirkung auf Kundenebene – zur Verfügung. Capacity Building ist also nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Kreditvergabe.

„2016 war ein weiteres erfolgreiches Jahr für Oikocredit: Wir haben für insgesamt 801 Partner in 70 Ländern Kredite, Kapitalbeteiligungen sowie Beratung und Schulungen bereitgestellt. Es waren unsere Anlegerinnen und Anleger, die diese Leistungen erst möglich gemacht haben“, stellte Kreditdirektor Verheijen dankend fest.

Die Zahl der Anlegerinnen und Anleger von Oikocredit ist im vergangenen Jahr weltweit auf insgesamt 54.000 gewachsen (2015: 51.000). 5.377 Menschen und Organisationen – und damit rund 10 Prozent der gesamten Anlegerschaft – kommen aus Österreich.

Über Oikocredit Austria konnte ein Kapitalzufluss von rund 14 Millionen Euro erzielt werden. Österreichische Anlegerinnen und Anleger haben insgesamt Kapital in Höhe von 96,1 Millionen Euro bei Oikocredit angelegt (Stand 31.10.2016).

Kurzinfo: Oikocredit

Die internationale Genossenschaft Oikocredit ist ein Pionier der nachhaltigen Geldanlage. Menschen und Organisationen aus Österreich, die sozial verantwortlich investieren wollen, legen bei Oikocredit Austria an.

Oikocredit vergibt Kredite und Kapitalbeteiligungen an Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften und andere soziale Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Investitionsschwerpunkte sind die Bereiche Inklusives Finanzwesen, Landwirtschaft, Erneuerbare Energien und Afrika. Oikocredit finanziert 801 Partnerorganisationen in 70 Ländern mit einem Projektfinanzierungsvolumen von 1,047 Milliarden Euro. Diese Partner schaffen Arbeitsplätze und eröffnen wirtschaftlich benachteiligten Menschen Chancen.

Seit der Gründung im Jahr 1975 ist Oikocredit mit diesem Konzept zu einem der weltweit führenden Entwicklungsfinanzierer geworden. Sitz der Genossenschaft ist Amersfoort in den Niederlanden.

Oikocredit in Zahlen (Stand: 31.12.2016)

  • Bilanzsumme: +18 Prozent auf 1.209,3 Millionen Euro (2015: 1.026,3 Millionen Euro)
  • Projektfinanzierungsportfolio: +16 Prozent auf 1.047,2 Millionen Euro (2015: 900,2 Millionen Euro)
  • Finanzierungen in Erneuerbare Energien: +150 Prozent auf € 39,8 Millionen Euro (2015: 15,9 Millionen Euro)
  • Konsolidiertes Nettoergebnis: 29,0 Millionen Euro
  • 801 Partner in 70 Entwicklungs- und Schwellenländern
  • 54.000 Anlegerinnen und Anleger, davon 5.377 in Österreich
  • Dividende derzeit: 2 Prozent

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