Wie eine Tee-Plantage Leben verändern kann

AMBO-IN-02.jpg17. März 2017

Tief in den nördlichen Bergen Indiens liegt Darjeeling, eine Region, die für ihren hochwertigen Tee bekannt ist. Tausende Menschen arbeiten täglich auf den Tee-Plantagen daran, dass überall auf der Welt heiße Tassen Darjeeling getrunken werden können.

Eine der Tee-Plantagen von DOTEPL in Darjeeling, Nordindien.

Die BesitzerInnen der Tee-Plantagen in Indien sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Mindestbedürfnisse der  ArbeiterInnen zu erfüllen. Dazu gehören beispielsweise Nahrung, Wasser und Mindestlohn. Das Leben vieler Menschen ist daher von den Tee-Plantagen abhängig und wenn diese nicht weitergeführt werden, stehen viele ArbeiterInnen und deren Familien vor dem Nichts.

Die zerstörerischen Folgen der verwaisten Tee-Plantagen ausgleichen

Um gegen die Auswirkung der verlassenen Tee-Plantagen anzukämpfen, hat Darjeeling Organic Tea Estates Private Limited (DOTEPL) es sich zur Aufgabe gemacht, diese weiter zu führen. DOTEPL kaufte vor zwölf Jahren die erste verlassene Tee-Plantage: Ambootia ist für hochqualitativen Tee bekannt und steht heute für die gesamte Organisation. DOTEPL vertreibt Tee seither unter der Marke „The Ambootia Tea Group“. In den letzten Jahren kaufte die Organisation 15 Plantagen in Darjeeling und beeindruckt ihre KundInnen immer wieder mit köstlichen Tee-Produkten.

Die köstlichen Tees von DOTEPL, die in Darjeeling produziert werden.

DOTEPL macht nicht nur große Fortschritte bei der Qualität der Produkte, sondern verändert die Leben vieler ArbeiterInnen und deren Familien. Die faire Bezahlung und Unterstützung der ArbeiterInnen ist eine der Prioritäten der Organisation. Was für uns selbstverständlich klingen mag, ist in Indien außergewöhnlich – in einem Land, in dem mehr Menschen in Sklaverei leben, als in jedem anderen der Welt, nämlich über 18 Millionen Menschen.

Zusätzlich zur fairen Entlohnung, einer Unterkunft und Lebensmitteln werden den ArbeiterInnen ebenso Schuhwerk, schützende Kleidung, Decken und medizinische Versorgung zur Verfügung gestellt. Milch wird kostenlos durch das „Infant Nutrition Programme“ verteilt und jedes Kind hat die Möglichkeit auf kostenlose Grundschulausbildung. Außerdem bietet DOTEPL längerfristige soziale Sicherheit in Form von Vorsorgekassen, Abfindungen und Unterstützung für darauf angewiesene Angehörige.

Die langfristige Zusammenarbeit hilft in Darjeeling

Bharat Khemka (Vizepräsident und Finanzchef von DOTEPL) betont: „Wir haben die Kapitalbeteiligung von Oikocredit dazu genutzt, um verfallene und verlassene Plantagen zu kaufen. Tausende Menschen auf den Plantagen waren in prekären Situationen. Ihre Mindestlöhne wurden nicht bezahlt, ihre Häuser waren baufällig und sie konnte keine normalen Leben führen. Mit der Hilfe von Oikocredit konnten wir diese Plantagen kaufen und sie wieder zu profitablen Unternehmen machen, die sichere Arbeitsplätze bieten.“

Oikocredit war von dem Vorhaben überzeugt und begann 2013 mit DOTEPL zusammenzuarbeiten. Der Plan, die Plantagen wiederzubeleben, ArbeiterInnen zu unterstützen, mit lokalen ProduzentInnen zusammenzuarbeiten und ökologisch anzubauen, wird von Oikocredit befürwortet. Letztes Jahr beteiligte sich Oikocredit erneut mit Eigenkapital an DOTEPL, um die Mission weiter zu unterstützen.

Alle Plantagen bei DOTEPL arbeiten biologisch und sind die einzigen in der Umgebung, die Samen von älteren Pflanzen verwenden, die auf der Plantage wuchsen. Die Samen verbessern die Qualität der Tee-Pflanzen, denn sie haben die spezielle Eigenschaft besonders tiefer langer Wurzeln. Diese langen Wurzeln helfen den Pflanzen bei der Aufnahme der Nährstoffe und halten sie über Trockenzeiten hinweg am Leben. Auf den Plantagen wird mit biodynamischen Methoden gearbeitet, die die Energie der Erde nutzen, um die Gesundheit des Ackerbodens und der Pflanzen zu garantieren.

Anil Bansal (Geschäftsführer von DOTEPL) ist für 15 Tee-Plantagen in Darjeeling verantwortlich. Er erklärt: „Erfahrung ist für den Tee-Anbau extrem wichtig, aber um die verlassenen Plantagen zu revitalisieren braucht es Menschen mit neuen Ideen und viel Energie, die das Vorhaben unterstützen!“

Lesen Sie mehr über DOTEPL in Teil 2 dieses Berichts.

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